Für faire Bezahlung

Die Bezahlung in der Dialyse deckt die Kosten nicht. Um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherstellen zu können, muss die Vergütung dringend erhöht werden.

Für mehr Lebensqualität

Eine wohnortnahe und hochwertige Versorgung erhöht die Lebensqualität. Diese Versorgung ist in der aktuellen Situation gefährdet. Deshalb muss die Politik jetzt handeln!

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Unterstützen Sie uns, die Entscheidungsträger wachzurütteln!

Für sichere Versorgung

Eine qualitativ hochwertige Dialyse verbessert die Lebensqualität der Patient:innen. Um eine bestmögliche Versorgung zu sichern und zu verhindern, dass Versorgungslücken entstehen, fordern wir: 

  • Erstattungssätze sofort erhöhen! 
  • Kostenstruktur regelmäßig neu bewerten!  
  • Vergütung entsprechend fortlaufend anpassen! 
Aktuelle News

 

Dialysezentren unter Druck

Die Dialyseversorgung in Deutschland steht unter wachsendem Kostendruck, in den vergangenen fünf Jahren wurden 42 der bundesweit 950 Dialysezentren bereits geschlossen, berichtet die Medical Tribune. Grund sei die unzureichende Dialyse-Kostenpauschale, die zum Januar 2023 einmalig um 2 Prozent erhöht wurde aber nicht die Kostensteigerungen der letzten Jahre abdecke. Der Verband der Deutschen Nierenzentren (DN e.V.) fordert, die Dialysepauschalen an die Kostenentwicklung und die steigenden Personalaufwendungen anzupassen, die Vorhaltekosten fürs Bereithalten der Dialysekapazitäten auszugleichen sowie sichere Rahmenbedingungen für nephrologischen Nachwuchs zu schaffen.

Den ganzen Artikel finden Sie auf medical-tribune.de

Fakten

In der Dialyseversorgung klafft ein Finanzierungsloch.
Wir müssen handeln, um die Versorgung zu sichern.
Hier sind die Fakten.

Kosten

Eine hochwertige Dialyseversorgung ist aus mehreren Gründen kostenintensiv:

In der Dialysepraxis sind spezialisierte Fachkräfte beschäftigt – Personalkosten machen etwa die Hälfte der Ausgaben aus und sind der größte Einzelfaktor.

Für die Dialyse werden komplexe Maschinen benötigt – ihre Anschaffung und Wartung sind mit erheblichen Investitionen und hohen laufenden Kosten verbunden.

Der Energieverbrauch bei der Dialyse ist aus Hygiene-, Sicherheits- und Qualitätsgründen enorm – die Inflation und die explodierenden Energiekosten lasten deshalb besonders schwer.

Allein von 2018 bis 2022 sind die Gesamtkosten für nichtärztliche Dialyseleistungen um 20 % gestiegen.

Vergütung

Die Vergütung der Dialyse wurde 2013 neu geregelt. Neben der Kostenübernahme der ärztlichen Betreuungsleistung wurde eine Sachkostenpauschale eingeführt. Sie soll Kosten für Personal, Geräte, Materialverbrauch sowie weitere laufende Kosten decken.

Es wurde vereinbart, die Pauschale jährlich neu zu bewerten. Dies ist jedoch seit 2013 nie erfolgt.

Die Pauschale bildet daher schon lange nicht mehr die realen Kosten ab. Sie ist unzureichend und setzt Dialyseanbieter unter wachsenden finanziellen Druck.

Regulierung

Verantwortlich für die Höhe der Dialyse-Vergütung ist der Bewertungsauschuss. Er legt fest, in welcher Höhe vertragsärztliche Leistungen erstattet werden können.

Gebildet wird der Ausschuss aus Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Vertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (dem GKV-Spitzenverband). Es ist also nicht die Politik, sondern ein kleiner Kreis aus der sogenannten Selbstverwaltung, der über die Erstattung in der Dialyseversorgung entscheidet.

Dialyse geht uns alle an

In Deutschland gibt es rund 5 Millionen chronisch nierenkranke Menschen. Davon müssen etwa 90.000 Menschen zur Dialyse. Die steigende Lebenserwartung gemeinsam mit unseren Lebens- und Essgewohnheiten erhöhen das Risiko, im Laufe des Lebens eine Nierenerkrankung zu erleiden.  

Für Patienten mit Nierenversagen ist die Dialyse-Behandlung überlebenswichtig.

Eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe Behandlung kann die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Begleiterkrankungen senken und den Betroffenen wertvolle Lebenszeit schenken.

Die Niere hat wichtige Aufgaben: sie filtert Schadstoffe aus dem Blut und reguliert den Wasserhaushalt des Körpers. Der Mensch kann ohne funktionierende Nieren nicht überleben.  

Häufige Ursache einer chronischen Niereninsuffizienz, die mitunter lange unentdeckt bleibt, kann eine Diabetes-Erkrankung, oft in Kombination mit Bluthochdruck, sein.   

Bei einem Nierenversagen kann es in Deutschland im Schnitt zehn Jahre dauern, bis eine Spenderniere zur Verfügung steht. Für diese Zeit oder für den Rest des Lebens der Patienten wird die Dialyse zur lebensrettenden Maßnahme.  

 

Mehr als die Hälfte der Dialysepatienten in Deutschland sind über 65 Jahre alt. Häufig leiden sie an mehreren Krankheiten.  

Die meisten benötigen mehrstündige Behandlung an drei Tagen in der Woche. Zusammen mit der An- und Abfahrt kann dies eine große Belastung sein und bestimmt oft den Alltag der Patienten. Mit einer hochwertigen Versorgung wird ihnen Lebensqualität zurückgegeben. Dazu muss die Dialyse wohnortnah angeboten und von gut ausgebildetem Personal durchgeführt werden. 

 

Daten

Das Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) hat die Finanzierungslücke dokumentiert.
Hier die Kernpunkte der Studie:

IfG, Kurzgutachten 09/2023, Download unter "Jetzt aktiv werden!"
Wochenpauschale

Die aktuelle Wochenpauschale kann die Kostensteigerungen nicht mehr auffangen. Die derzeitige Vergütung der Dialyse lässt keine kostendeckende Behandlung zu.

Die Wochenpauschale (hier in blau) ist bis zum Jahr 2022 (seit 2013) trotz der Kostensteigerungen unverändert geblieben.

Im Januar 2023 wurde sie zwar einmalig um 2 % angehoben, dies kann das Defizit (hier in gelb) jedoch nicht annähernd auffangen.

IfG, Kurzgutachten 09/2023, Download unter "Jetzt aktiv werden!"
Kostensteigerung

Die Personalkosten stellen in der Dialyse den größten Einzelposten dar. Die Gehälter von Medizinischen Fachangestellten und Krankenpflegern sind allein von 2018 bis 2022 um 30 % gestiegen, die von Dialyseassistenten und Pflegehilfskräften um 21 %.

Die Kosten für die in der Dialyse benötigten Materialien sind von 2018 bis 2022 ebenfalls um 20 % angestiegen. Bei den Verwaltungskosten ist im gleichen Zeitraum ein Anstieg um
10 % zu beobachten.

In der Gesamtheit ergibt sich somit allein für den Zeitraum von 2018 bis 2022 ein Anstieg der Gesamtkosten für nichtärztlichen Dialyseleistungen um 20 %.

IfG, Kurzgutachten 09/2023, Download unter "Jetzt aktiv werden!"
Defizit

Aus dem Anstieg der Gesamtkosten für nichtärztliche Dialyseleistungen um 20 % ergibt sich bei der aktuellen Dialyse-Wochenpauschale von 475,63 Euro ein Defizit von rund 84 Euro je Patient und Woche.

Auf ein gesamtes Behandlungsjahr bezogen ergibt sich daraus ein rechnerisches durchschnittliches Defizit von knapp 4.400 Euro pro Patient.

Selbst große Dialysezentren, die teilweise mehrere hundert Patienten versorgen, können dies nicht länger durch Synergieeffekte auffangen.

Jetzt aktiv werden! Wir brauchen eine kostendeckende, faire Vergütung der Dialyse. Die Vergütung muss erhöht und regelmäßig dynamisch neu bewertet werden. Dazu müssen wir die Entscheidungsträger wach rütteln!  Um das zu erreichen, brauchen wir Ihre Hilfe. 
Information

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Material

Laden Sie sich hier Informationsmaterial rund um die Dialyse-Vergütung herunter:

Über uns Die Initiative Faire Dialyse wurde ins Leben gerufen von der DaVita Deutschland AG, einem ärztlich geführten und herstellerunabhängigen Anbieter von Dialyseleistungen. Ziel der Initiative ist es, auf die mangelhafte Bezahlung in der Dialyse und die damit verbundenen hohen Risiken für die Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität in Deutschland aufmerksam zu machen. 
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